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24h Spa für Automobile – Der ACM war dabei!
Anfang August fand das 24h-Rennen in Spa (Belgien) statt. Es ist in Belgien eine sehr bekannte Veranstaltung – im Gegensatz zu Deutschland. Trotzdem
findet sich in der Starterliste ein Bewerber, den man bei den Autos sehr selten sieht im Motorsport: Automobil-Club München – Startnummer 34 – Fahrzeug BMW M3 Gruppe N bis 3000ccm – Fahrer Rod Hicks (NZ), Kevin Bell
(NZ) und unser Clubkamerad Alfred Hilger (D). Das Team rund um dieses Auto war Steinlein Motorsport. Gut eine Woche vor dem Rennen fragte mich Dieter Steinlein, ob ich Lust
habe, vom 2. bis 7.8. in Spa dabei zu sein, er braucht nämlich noch Verstärkung. Nach kurzem Blick in meinen Terminkalender konnte ich zusagen und zum ersten Mal fuhr auch noch Tschuli Wagenführer mit. Wir zwei fuhren
am Mittwoch nach Spa und kamen dort am Nachmittag an. Gleich nach der Ankunft wurden wir in die „Straf-Politik“ der Belgier eingewiesen. Alles Mögliche und Unmögliche war verboten und kostete ab DM 500,- Strafe, während
dem Training oder dem Rennen gab´s für Fehler von Teammitgliedern sogar Zeitstrafen für´s Auto. Auch sonst kostete alles etwas mehr wie woanders...
Mittwoch: Die technische Abnahme fand in Spa statt, die Autos blieben in der Stadt im Park Ferme stehen, um sich den Fans zu präsentieren. Die Box wurde
fertig eingeräumt und die Tankanlage aufgebaut. Getankt werden muß in Spa mit einer Schnelltankanlage, die aber ohne Druck (nur durch Schwerkraft) betrieben wird. Man hat da einen Schlauch, der vom erhöhten Tank kommt und
eine Flasche, die zum Entlüften dient. Einhundert Liter kann man so in weniger als einer Minute Tanken. Abends mußten Fahrer und Teamchefs nach Spa
ins Casino zur Fahrerbesprechung, anschließend wurden die Rennautos unter dem Jubel zahlreicher Fans zur Rennstrecke gefahren. Donnerstag: Vormittag ein freies Training, nachmittags dann das erste
Zeittraining und ab 22 Uhr zwei Nacht-Zeittrainings. Es lief ganz gut, unser Team fand sich auf dem 24. Platz gesamt, 5. Platz in der Gruppe N. Nebenbei wurden die Mechaniker eintrainiert. Tschuli und ich waren fürs Tanken
zuständig. Freitag: Mittag gab es noch mal ein Zeittraining, das von unserem Team, da wir schon qualifiziert waren, nur noch zum Probieren verwendet wurde. Unser Startplatz konnte verteidigt werden.
Samstag: Um 10 Uhr das Warm Up (unser Fred fuhr einfach mal so mit 2:48,67 schneller als im Training und die insgesamt 6. beste Zeit!) und ab 14 Uhr Fahrerpräsentationen und Pit Walks – es wurde für die vielen Zuschauer
einiges getan. Um 16.00 Uhr wurde das Wettrennen dann gestartet. Nach 6 Stunden lagen wir auf dem 21. Platz gesamt, nach 10 Stunden auf dem 18. Platz (3. in der Klasse). Dann kam aufgeregt unsere Astrid mit dem Funk
in die Box – das Auto steht im Kies, es ist irgendwas gebrochen. Gebrochen war die linke Vorderradaufhängung, worauf das Auto mit dem rechten vorderem
Eck trotz Kiesbett noch die Leitplanke touchierte. Leider konnte der M3 dem Kiesbett nicht entkommen, womit das Rennen für uns gelaufen war. Als sich die Enttäuschung etwas gelegt hatte, nutzten wir die Gelegenheit,
und gingen ins Hotel zum Schlafen. Sonntag: Einigermaßen ausgeschlafen fuhren wir zurück zur Rennstrecke, wo die Nacht das ihrige getan hat – das Feld war schon sehr dünn. Wir mußten
bis nach dem Rennen warten, da unser Fahrzeug erst nach Rennende geborgen werden konnte, räumten aber unsere Box bereits aus – wie viele andere Teams auch.
Vorne mit dabei war u.a. noch ein BMW M3 vom Team Duller, gut eine Stunde vor Schluß mit einigen Runden Rückstand auf den ersten und ebenso viel Vorsprung auf den dritten. So konnten sie es gemütlich angehen – bis der
Krimi begann: Der führende Peugeot bekam ein Motorenproblem, wurde langsamer, fuhr bald Rundenzeiten über fünf Minuten. Der Duller-BMW gab dann natürlich Gas und fuhr eine schnelle Runde nach der anderen. Kurz vor 16 Uhr
waren sie in der gleichen Runde – der Peugeot mußte nur noch vor 16 Uhr über die Ziellinie fahren, dann hätte das Rennen noch eine Runde länger gedauert
und... – dem war aber nicht so, der Peugeot überquerte Sekunden nach vier die Ziellinie und wurde als Sieger abgewunken, als kurz darauf der Duller-M3
als zweiter durchkam, hatte sich der Motor des Führenden bereits in alle Teile zerlegt und mußte in den Park Ferme geschoben werden. Zwei Stunden später bekamen dann wir unser – nur leicht – beschädigtes
Rennauto wieder zurück, konnten aufladen und heimfahren. Das war dann wieder eines dieser Motorsportwochenenden, das man getrost vergessen kann.
Leider hatten wir aber auch einen Pechvogel im Team, der dieses Rennen nicht so schnell vergessen wird: Dieter Steinlein. Mit zahlreichen Verletzungen humpelte er in Spa durchs Fahrerlager – zuerst stürzte er in der Box so
unglücklich, daß er sich am Knie verletzte und einen befreundeten Arzt aufsuchte, der ihm sehr behilflich sein konnte. Leider stürzte er bei der Rückfahrt zur Box mit seinem Roller als ihm ein PKW die Vorfahrt nahm –
Folgen: Schürfwunden und zwei gebrochene Zehen. Einige Stunden später stürzte er dann auch noch von einem LKW – er konnte aber nicht mehr feststellen ob er sich dabei noch mehr getan hat. Kaum ein paar Wochen
daheim, stürzte er auch noch von einer Leiter und brach sich ein Sprunggelenk... Gute Besserung, Dieter, und paß auf Dich auf. Th.O.
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